STÄDTE: FLASCHENHALS DER E-MOBILITÄT

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STÄDTE: FLASCHENHALS DER E-MOBILITÄT

München - Städte bilden aktuell einen Flaschenhals für den Hochlauf der E-Mobilität. "In verdichteten Städten wie München kommen wir mit unserem System zu laden heute an die Grenze", sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller auf einer Veranstaltung der Automesse IAA Mobility. Auf welche Weise viele Menschen, die auf wenig Fläche in Mietshäusern leben, laden können, darauf "haben wir noch keine Antwort", so Müller. Erschwerend komme hinzu, dass die in Städten verfügbaren Flächen - auch für den Bau von Ladesäulen - sehr knapp seien.

Ähnlich sieht das Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung: "Wir brauchen mehr Flächen in den Städten und zwar für Schnellladeinfrastruktur", mahnt Andreae. Zwar fänden momentan nur etwa zehn Prozent aller Ladevorgänge überhaupt im öffentlichen Raum statt. Diese seien aber wichtige zehn Prozent, die eine Lücke schließen würden. Die BDEW-Chefin warb in dem Zusammenhang für ein anderes Raumverständnis. So könne Ladeinfrastruktur zum Beispiel leicht an bestehenden Supermärkten errichtet werden.

EU-weite Vorgaben für Ausbau gefordert


Während der Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland trotz alledem auf keinem schlechten Weg sei, seien beide über die Situation in den meisten anderen EU-Ländern besorgt. Laut Müller findet nur noch in den Niederlanden sowie in Frankreich ein nennenswerter Aufbau von Ladeinfrastruktur statt. Die VDA-Chefin plädiert für entsprechende Vorgaben der EU an die Mitgliedsländer, ohne konkrete Details zu nennen. Auch Andreae betonte, dass E-Mobilität nicht an den Ländergrenzen haltmachen sollte. "Wir brauchen Lösungen für größere Reisen in Europa", so die BDEW-Chefin an die Adresse der Gesetzgeber in Brüssel.

Einig waren sich beide auch darin, dass erneuerbare Energien schneller ausgebaut werden müssen. Ein Dorn im Auge ist ihnen vor allem eine übermäßige Bürokratie, die den Ausbau bremse, etwa aufgrund zu langwieriger Planungsverfahren zum Beispiel von Windparks. "Das System ist zu verkopft", resümiert Andreae. Verbesserungen erhoffen sie sich nun von der kommenden Bundesregierung. /dz